Hallo Ihr Lieben,
so schnell habe ich es garnicht kommen sehen, hätte mich selber wahrscheinlich erst in Jaaaahren an eine Hochzeitstorte gewagt. Da aber eine Kollegin von mir recht kurzfristig mit Ihrem Mann vor den Traualtar getreten ist und auch nur im kleinen Rahmen gefeiert hat, hat sich mich gefragt, ob ich die HT machen würde.
Sie hatte mir ein paar Designs online gezeigt die Ihr gefielen und ich habe ihr das Betty Buch gezeigt. Die Krönchen Torte fanden sie und ihr mann toll, sodass entschieden wurde, dass es in die Richtung gehen sollte. Der Torte sollte ein einfacher Bisquit mit Himbeer Mascarpone werden und aufgrund der Gastanzahl von 25 Leuten nur eine Ebene haben. Dazu habe ich Ihnen noch Red Velvet Cupcakes angeboten, die kannte die Braut nämlich schon von mir und mochte Sie. Da meine größte Springform eine 26cm ist und ich ja Fondant tauglich Methode nutzen musste, wusste ich vorab nicht, wie groß die Torte schlußendlich wird. Sie lag dann ca bei 22cm und am Abende vor der Trauung telefonierte ich mit der Braut weil ich eigtl bei der Deko des Restaurants noch helfen wollte und da sagte Sie mir, dass nun doch ca 5-7 Gäste mehr kämen. Da bekam ich leichte Schweissausbrüche, denn für 30+ Leute würden 22cm bestimmt nicht reichen. Nach kurzer Überlegung, ob wohl alle tatsächlich Kuchen essen oder viele auch Cupcakes, entschieden wir uns dass ich noch fix einen enfachen Schokokuchen in two tiers mit Schoko Ganache zaubere. Gesagt, getan, Nachtschicht eingelegt, Ganache im Froster runtergekühlt, abends noch die kleine Torte "crumb-coated" und am nächsten morgen in aller Herrgottsfrühe mit Fondant eingedeckt. Auf den Punkt genau haben wir dann die zwei Torten ins Restaurant geschafft und dort auf einander gesetzt. Die Tatsache, dass ich noch nie gestappelt hatte, machte das ganze unterfangen nicht stressfreier für mich;) Noch dazu war ja die untere Ebene mit Himbeer Mascarpone und somit eine nicht so feste Torte. Naja, im Endeffekt ist alles gut gegangen, die Torte hat leider ein zwei kleine Macken gehabt und die Ringe oben drauf sind nicht so schön geworden wie ich es mir vorgestellt habe, aber schlussendlich bin ich Stolz, dass es alles in einem recht begrenztem Zeitraum mit begrenzten Mitteln so gut hingehauen hat. Die Braut und der Bräutigam waren super happy, nur von meinem Freund bekam ich ein "das hast Du schon besser hingekommen, Du warst wohl ganz schön nervös" zu hören. Aber der soll mal ruhig sein, der backt nur Tarte au Chocolate aus der Tüte;)
Nach dem langen Text nun auch die Fotos:) Ende Januar wird meine Oma 80, da gibts dann die nächste doppelstöckige!
Vielleicht könnt ihr mir noch folgende Fragen beantworten, die bei der HT aufgetaucht sind: Wie bekommt man die Stützen (ich habe dicke Strohhalme genommen) elegant aus der unteren Torte raus? Gibt es "Back-Pinzetten" o.Ä.? Und was für Pinsel nutzt ihr zum bemalen von Torten. Der untere Bereich unter der Girlande und die Pünktchen waren mit Pearlmut Pulver/Wodka bemalt (kommt auf den Fotos nicht so durch), hierfür konnte ich einen herkömmlichen Backpinsel nutzen, aber mit was für Pinseln macht ihr filigrane Zeichnungen? Die müssen doch Lebensmittelecht sein, finde aber nirgends solche dünnen Pinsel in den hier bekannten Back-Shops.